In Zusammenarbeit mit Organoid arbeitet rebekka ruétz erstmals mit natürlichen Oberflächen aus echtem Moos im Kontext von Mode.
Das Material, bislang im Interior Design verortet, wird in LILITH auf Kleidungsstücke appliziert und bildet zugleich das Fundament der Installation zur Show.
Moos wird vom Raum auf den Körper übertragen und verändert dort seine Bedeutung.
Moosoberflächen in Blutrot, rauchigem Schwarz und schmutzigem Weiß prägen die visuelle Sprache der Kollektion. Die Farbwelt bewegt sich zwischen Erdung und Intensität, zwischen organischer Rohheit und stiller Präsenz und verweist auf natürliche Prozesse von Wachstum, Veränderung und Verfall.
Als lebendiges Material reagiert Moos unmittelbar auf Bewegung, Zeit und Berührung. Es verändert sich, trocknet, bröselt und hinterlässt sichtbare Spuren. Diese Transformation ist kein Nebeneffekt, sondern bewusstes Gestaltungselement. Das Material entwickelt eine eigene Dynamik und macht den Prozess des Werdens sichtbar.
Das Kleidungsstück wird dadurch nicht als abgeschlossenes Objekt verstanden, sondern als offenes System, das Wandel zulässt und dokumentiert. Oberfläche wird zur Erfahrung, Material zur zeitlichen Dimension. Mode entsteht hier nicht als statische Form, sondern als kontinuierliche Veränderung am Körper.
A surface that breathes.
Die organischen Strukturen unterlaufen gezielt das Konzept des perfekten, abgeschlossenen Kleidungsstücks. Oberfläche wird Prozess, Material wird Haltung, Imperfektion wird zum gestalterischen Prinzip. Kleidung versteht sich nicht als statisches Produkt, sondern als Ausdruck von Zeit, Transformation und Präsenz.
Organoid brachte sein umfassendes Material-Know-how in Auswahl, Entwicklung und Verarbeitung ein und ermöglichte erstmals die Übertragung dieser natürlichen Oberflächen vom Raum auf den Körper.
Durch diese Zusammenarbeit entsteht eine neue Verbindung zwischen Interior Design und Mode, in der Materialität selbst zur erzählerischen Ebene wird.
Mode wird dadurch lebendig und erfahrbar, nicht fixiert, sondern im fortwährenden Werden, geprägt von Bewegung, Berührung und Veränderung.